Menü Schließen

WMB-Pressemitteilung-11-03-2023-Interview Bernsmann-Bgm-Rhede

PRESSEMITTEILUNG Bocholt, 13.03.2023

 „Ich vertrete meine Meinung“ – BBV-Interview mir Bürgermeister J. Bernsmann / Projekt Radschnellweg“ / BBV v. 11.03.2023

Die im Interview v. 11.03. von Bgm. Bernsmann u.a. getätigten Äußerungen zum Projekt „Radschnellweg“ (RS2) bedürfen aus Sicht der Westmünsterlandbahn GmbH (WMB) einer Korrektur und Ergänzung.

Herr Bernsmann führt aus, dass das Projekt eines Radschnellweges für ihn einen wichtigen Stellenwert besitzt und er die Hoffnung hegt, dass dieser realisiert wird. Grundlage sei die von der NRW-Landesregierung getroffene Aussage, dass Radschnellwege umgesetzt werden sollen.

Im NRW Koalitions- bzw. Zukunftsvertrag verständigten sich die Koalitionspartner aber auch auf bessere Chancen für ein besseres Bahnangebot. Dazu wurde festgeschrieben „Eine Entwidmung von Bahnstrecken soll es in Nordrhein-Westfalen nicht mehr geben. Dies gilt auch für Werksbahnen.“ (Zeile 1669).

Die Westmünsterlandbahn GmbH stellt dazu fest, dass der Bau des RS2 zunächst an die grundlegende Bedingung geknüpft ist, dass das Trassenband im gesetzlichen Rahmen seitens des Eisenbahnbundesamtes entwidmet wird. Bocholt und Rhede zogen im vergangenen Jahr ihre Anträge auf Entwidmung zurück. Die Tatsache, dass ein relativ kurzer Abschnitt im Bereich des Bahnhofs entwidmet ist, ändert aus Sicht von Verkehrsexperten nichts an der Möglichkeit, den Bahnbetrieb zwischen Bocholt und Rhede wieder aufzunehmen. Der gültige Bebauungsplan Rhede BS2 weist diese Fläche ausdrücklich „als Verkehrsflächen zur Sicherung künftiger Fachplanungen für Anlagen des öffentlichen Personennahverkehrs“ aus.

Auch der NRW-Landesentwicklungsplan setzt hinsichtlich des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) mit speziellem Schwerpunkt auf den Schienenverkehr klare Eckpunkte. „Die Mittel und Oberzentren des Landes sind bedarfsgerecht an den öffentlichen Verkehr anzubinden. Das Schienennetz ist so leistungsfähig zu entwickeln, dass es die Funktion des Grundnetzes für den ÖPNV wahrnehmen kann. Nicht mehr genutzte, für die regionale Raumentwicklung bedeutsame Schienenwege sind von der Regionalplanung als Trasse zu sichern.“ Besonders die Kommunen, so der LEP NRW, und die Aufgabenträger des öffentlichen Verkehrs haben die Erreichbarkeit der zentralen Versorgungsbereiche der Grund,- Mittel- und Oberzentren mit dem ÖPNV zu gewährleisten.

Im Bericht der NRW-Landesregierung zur „Schienen-Personen-Nahverkehrs-Zielkonzeption 2032/2040“ wird die Stärkung des Verkehrsmittels „Bahn“ mit Nachdruck betont. Neue Angebote sollen speziell mit dem stark finanziell geförderten Instrumentarium einer Reaktivierung alter Bahntrassen geschaffen werden. Die Planungen sehen dazu konkret die Wiederaufnahme des Bahnbetriebs von Bocholt über Rhede nach Borken und weiter nach Coesfeld vor. Damit würde das westliche Münsterland die dringend notwendige Erschließung der Region mit einem leistungsfähigen Bahnangebot und die Anbindung an das Oberzentrum Münster erhalten.

Unter Berücksichtigung des im Juli 2022 vom Bundesverkehrsministerium beschlossenen neuen standardisierten Bewertungsverfahrens (2016+) kündigte der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) an, dass voraussichtlich Ende 2023 eine neue Machbarkeitsstudie zur Wiederinbetriebnahme der Strecke Bocholt – Borken – Coesfeld vorliegen wird. Die WMB verbindet damit die Zuversicht, dass unter Berücksichtigung wichtiger Umweltfaktoren, Klimaziele etc. der Nutzen-Kosten-Faktor deutlich über „1“ liegen wird, womit eine Förderwürdigkeit der Schiene gegeben wäre.

Aus Sicht der WMB sollten die betroffenen Kommunen entlang der Trasse eine gemeinsame Konzeption für Bahn und Rad erarbeiten. Nicht in einem Gegeneinander von Rad und Bahn sieht die WMB die größte Herausforderung, sondern in dem stetig wachsenden motorisierten Individualverkehr. Nur ein gut ausgebautes Schienennetz – insbesondere in ländlichen Regionen – schafft ein adäquates Angebot mit kompensierender Wirkung. 

Auch der Allgemeine Deutsche Fahrradclub“ (ADFC) stellt in seiner am 09.03.2023 vorgestellten Reiseanalyse 2023 fest, dass viele Radreisende die Bahn für eine An- und Abreise nutzen. Die Bahn wird immer beliebter bei Radtouristen, auch bei Tagesausflüglern. Der PKW hat aus Sicht des ADFC an Bedeutung verloren. Speziell im Ausbau der Bahn sieht der Fahrradclub dringenden Handlungsbedarf. 

Mit dem Wiederaufbau des Schienennetzes im westlichen Münsterland möchte die Westmünsterlandbahn einen aktiven Beitrag leisten, dass nicht nur Berufspendler, Schüler und Auszubildende auf ein Bahnangebot zurückgreifen können, sondern auch Radtouristen verstärkt wieder in unsere Region kommen und diese auch als Urlaubsort mit vielen attraktiven Ausflugszielen schätzen lernen.

Kontakt:
Carlos Goncalves
Pressesprecher / Öffentlichkeitsarbeit
E-Mail:
c.goncalves@wmb-gmbh.de
Mobil: 0157 3399 7241

Dr. Andreas Klöcker M.A.
Co-Pressesprecher / Öffentlichkeitsarbeit
E-Mail:
dr.a.kloecker@wmb-gmbh.de
Mobil: 0171 5353 327