WMB lässt Machbarkeitsstudie zur Bahnstrecke Bocholt-Rhede von Experten überprüfen | Made in Bocholt
Die Bocholter Westmünsterlandbahn GmbH (WMB) hat erheblichen Zweifel an der Objektivität der Machbarkeitsstudie zur Reaktivierung der Bahnstrecke Bocholt-Borken-Coesfeld geäußert und beauftragt die TransportTechnologie-Consult Karlsruhe GmbH (TTK) mit einer unabhängigen Prüfung. Politische Akteure, insbesondere die Grünen im Zweckverband Mobilität Münsterland (ZVM), stellen ebenfalls die Ergebnisse der Studie infrage, insbesondere die hohen Kosten in Verbindung mit kommunalen Anforderungen. Die WMB fordert eine transparentere, gesetzeskonforme Neuberechnung der Machbarkeitsstudie.
Die Zweifel begründen sich in der mangelnden Nachvollziehbarkeit der Studienergebnisse. hat. Die Überprüfung zielt darauf ab, die Anforderungen kritisch zu hinterfragen, insbesondere im Hinblick auf die Vereinbarkeit mit geltenden rechtlichen Standards. Zwei offizielle Schreiben des NWL bestätigen, dass die hohen Kosten für den Abschnitt bon Bocholt nach Rhede durch spezifische kommunale Erwartungen entstanden seien. Diese Vorschriften hätten zu umfangreichen, über die gesetzlichen Mindestanforderungen weit hinausgehenden Planungen geführt, die eher als „Wunschlösungen“ der Kommunen denn als wirtschaftlich tragbare Ansätze erscheinen.
Im Hinblick auf die Förderfähigkeit spezieller Kreuzungsstellen fordert das Bocholter Unternehmen eine klare rechtliche Klärung, da der NWL eine Prüfung der Förderfähigkeit erst nach der Entwicklung einer umsetzbaren Lösung für sinnvoll erachtet. Insbesondere die Berücksichtigung kommunaler Belange wird von der WMB als hinderlich für das Ziel einer ökonomisch vorteilhaften Machbarkeitsstudie kritisiert, da diese den Fokus von einem positiven Nutzen-Kosten-Faktor ablenken.
Ungeklärte rechtliche Fragen hinsichtlich des Eisenbahnkreuzungsgesetzes (EKrG) bleiben ebenfalls ein strittiger Punkt. Die Behauptung des NWL, dass keine höhengleichen Bahnübergänge zulässig seien, wird von der WMB als rechtlich fragwürdig eingeschätzt, da die Notwendigkeit für höhenfreie Kreuzungen einzelfallbezogen zu bewerten sei. Darüber hinaus wird die Entscheidung für technische Lösungen, wie Troglagen, als ein erheblicher Kostenfaktor betrachtet, der durch politische Entscheidungsträger ohne ausreichende technische Grundlage bestimmt wurde.
In ihrem Fazit sieht die WMB die Notwendigkeit für eine überarbeitete und transparente Machbarkeitsstudie, die sich an den tatsächlichen infrastrukturellen Anforderungen orientiert. Sie betont, dass eine bloße Berücksichtigung kommunaler Wünsche in der Planung nicht ausreichen kann und fordert eine neuartige, objektive Evaluierung, um das Potenzial der Bahnverbindung Bocholt – Coesfeld für die Region zu realisieren.